THE DIRTY SOUTH

„THE DIRTY SOUTH“ besteht aus einer Reihe von Miniatursperrmüllhaufen. Vorbild sind Fotos von realen Sperrmüllhaufen in Kreuzberg und Neukölln. Was auffällt, ist dass in Berlin fast jede Strasse ihren eigenen, wilden Sperrmüllhaufen hat. Diese sind Ärgernisse und Tauschbörsen zugleich. Fährt man, am besten zum Monatsende, durch Berlin, so kann man rund um diese Sperrmüllhaufen ein reges Treiben beobachten: „Sperrmüll bringen und nach Sperrmüll suchen“ ist angesagt. Während meiner Sperrmüllrunden stellte ich Unterschiede zwischen den Berliner Bezirken fest. So ist Kreuzberg ein absoluter Topspot. Hier findet man vom Fahrrad bis zum Monitor so ziemlich alles was man noch reparieren oder benutzen kann. Hier findet man manchmal sogar komlette Wohnungseinrichtungen auf der Strasse. Stuhl, Regal, Kühlschrank. Einer meiner Lieblingsplätze ist die Lübbenerstrasse. Im speziellen ein Baum auf Höhe Nummer 10. Das ist die Entsorgungszentrale des Wrangelkiezes. Beliebt bei den Bewohnern und vor allem bei Erasmusstudenten, welche wieder zurück müssen und viele Gegenstände wegwerfen. Blickt man nun weiter Richtung Süden, nach Neukölln, über die Pannierstrasse zur Weserstrasse merkt man eine Veränderung des Sperrmülls. Der Gebrauchswert ist gesunken. Ein versifftes Sofa, eine Holzleiter mit Brandspuren, ein Fahrrad ohne Hinterreifen oder Teile einer alten Spüle. Eine Wiederbenutzung dieser Teile setzt schon einiges an Motivation voraus. Jedoch sollte man schnell sein, denn sonst enden die meisten Teile in noch mehr Einzelteilen am Radweg. Fährt man den Radweg der Weserstrasse entlang so kommt man auf Höhe Fuldastrasse zur „neuköllner Sperrmüllgrenze 47/45“. War der Gebrauchswert des Sperrmülls vorher noch in Ordnung, so ändert sich dies jetzt rapide. Bis auf ein paar wenige Ausnamen findet man vor allem nur mehr Hausmüll, herausgerissene Fensterbalken, zerschossene Scheiben, aufgequollene Spannplatten, nackte Fahrradrahmen und verbogene Reifen mit kaputtem Schläuchen. Diese Haufen liegen teils Monate als Barrikaden auf den Wegen herum.

Welcome to the dirty south.

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